Geschichte der Gemeinde Wildenberg

Bis zur Gemeindegründung

Hänslin Ebran von Lauterbach erbaute ab 1272 das Schloss Wildenberg. Er formte unter Einbeziehung des Gutes Pürkwang die ausgedehnte Herrschaft, die später als geschlossene Hofmark zum Hochstift Regensburg kam. Nachdem Heinrich Ebran von Wildenberg als Letzter seines Geschlechtes gestorben war, fiel im Jahre 1607 die Hofmark Wildenberg samt Schloss dem Regensburger Domherrn Christoph von Stinglheim zu Thürnthenning und Karpfenstein zur Nutzung zu. Mit der Säkularisation 1803 gelangte der Güterkomplex an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

 

Eingemeindungen

Im Jahr 1945 oder 1946 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schweinbach eingegliedert.

 

Einwohnerentwicklung

  • 1961: 1082 Einwohner
  • 1970: 1158 Einwohner
  • 1987: 1068 Einwohner
  • 1991: 1153 Einwohner
  • 1995: 1223 Einwohner
  • 2000: 1306 Einwohner
  • 2005: 1373 Einwohner
  • 2010: 1331 Einwohner
  • 2015: 1388 Einwohner

 

Gemeinde Wildenberg umfasst sechs Ortschaften

Die Gemeinde Wildenberg umfasst sechs Ortschaften, nämlich Wildenberg selbst, Pürkwang, Willersdorf, Irlach, Schweinbach und Eschenhart. Wildenberg ist eine eigene Gemeinde und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Siegenburg. Die Verwaltungsgemeinschaft liegt im Landkreis Kelheim in Niederbayern.

 

Langjährige Geschichte des Ortes

Zahlreiche Bodendenkmäler und –funde aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit belegen die sehr frühe Besiedelung unserer Heimat. Für Pürkwang gibt es seit dem 8. Jahrhundert schriftliche Zeugnisse. Die Geschichte des Ortes und der Hofmark Wildenberg begann dann mit der Erbauung des heute noch bestehenden „Schlosses Wildenberg“ durch Hänslinus Ebran von Lauterbach im Jahre 1272. Im Jahr 1271 hatte Hänslinus durch einen Tausch- und Lehensvertrag mit Bischof Leo von Regensburg die Hofmark Pürkwang als Lehen erhalten und durch Hinzunahme nahegelegener kleinerer Hofmarken und Ortschaften die große Hofmark Wildenberg gebildet. Diese entspricht mit geringen Abweichungen heute dem Gemeindegebiet. Abgeleitet wurde der Name Wildenberg von einer früheren Burg, welche im Wald östlich von Willersdorf am Fuße des Brautlackerberges stand. Dort befand sich zu dieser Zeit eine schwer zugängliche Sumpf- und Waldwildnis mit steilem Bergkegel. Erst 1148 fertig gestellt fiel die alte Burg Wildenberg dann bereits 1204 einem verheerenden Brand zum Opfer. Zuvor war sie zeitweiliger Wohnsitz des Minnesängers Wolfram von Eschenbach. Einige seiner Motive aus seiner Parzivalsage sind in den alten Wildenberger Flurnamen noch heute zu finden.

Den Ebranen oblag in über zehn Geschlechterfolgen die Ausübung der Grundherrschaft über die Hofmark Wildenberg mehr als drei Jahrhunderte lang. Mit dem Tod von Johann Heinrich Ebran erlosch das überaus angesehene Rittergeschlecht.

 

Pfarrkirche Sankt Andreas grüßt von Weitem

Die spätgotische Pfarrkirche Sankt Andreas mit ihrem roten Ziegelbau und dem mächtigen 46 m hohen Turm ist weithin sichtbar. Das innere des Schiffes wurde 1724 durch den aus Wessobrunn stammenden Baumeister und Stuckateur Josef Bader im Stil des Frührokoko gestaltet. Die Pfarrkirche wurde bereits 1462 von Hans Ebran von Wildenberg erbaut. Pürkwang wurde eine große Pfarrei. Nahe an der Pfarrkirche wurde 1880 das Schulhaus erbaut und 1894 aufgestockt. Um das Jahr 1830 dürfte die Pfarrei Pürkwang seine größte gebietliche Ausdehnung erlebt haben. Damals gehörten insgesamt 32 Orte und Einöden dazu – ein Gebiet von Schwabbruch bis Wolfshausen und von Neukirchen bis Baldershausen.

 

Der Kirchberg – eine steile Angelegenheit

Schon lange stehen auf dem Kirchberg, der weit über die Grenzen Pürkwangs und Wildenbergs hinaus sichtbar ist, sowohl die Pfarrkirche wie auch das Schulhaus. Ein Friedhof wurde rund um die Pfarrkirche angelegt. 1986 wurde zusätzlich ein neuer Friedhof gebaut mit neuen Wegen und einer neuen Treppe. Die Friedhofsmauer an der Pfarrkirche wurde 1987 an der Nordwest- und Südseite erneuert, zugleich wurden die Eingangstreppen und die Auffahrt neu angelegt. Da zum gleichen Zeitraum das Schulhaus für die Klassen 1 bis 4 generalsaniert wurde, war der ganze Kirchberg eine einzige Baustelle. Der Erhalt der Grundschule wurde damals für 25 Jahre zugesichert. Sie besteht bis heute und wird hoffentlich auch noch viele Jahre bleiben.

Der Turm der Pfarrkirche wurde im Jahr 1988 außen renoviert, 1990 wurde das „kleine Schulhaus“ nach 42 Jahren von der Gemeinde wieder zurückerworben und als Pfarrheim genutzt. Die Pfarrkirche wurde 1992 außen einer Renovierung unterzogen. 1997 folgte das Pflastern der Wege im alten Friedhof und rund um die Pfarrkirche mit roten Klinkern. Auch ein öffentlicher Brunnen wurde erstellt. Es folgte die Generalsanierung des Pfarrheimes im Jahr 1998, es wurden vier Gruppenräume eingebaut. Im Jahr 2003 folgte die Renovierung der Pfarrkirche Pürkwang innen nach knapp 50 Jahren. Im Jahr 2004 wurde dann der mächtige Turm der Pfarrkirche Sankt Andreas innen und teilweise auch außen neu in Stand gesetzt. Dabei wurden die Turmkuppel und der Glockenstuhl erneuert.

 

Was passierte weiter in der Gemeinde Wildenberg

Nach 1980 wurde im kleinen Schulhaus ein Gymnastikraum geschaffen sowie der Neubau des Kindergartens angestoßen. Der Betrieb des Altersheimes am Schlossberg wurde aus heutiger Sicht leider eingestellt. Das gemeindliche Straßennetz wurde ab 1987 größtenteils erneuert, alle Gemeindeteile – außer Eschenhart – wurden im Laufe der Jahre kanalisiert. Durch rege Bautätigkeiten stößt die vollbiologische Kläranlage jetzt an die Grenzen ihrer Funktionsfähigkeit. Die gemeindliche Turnhalle wurde im Jahr 1989 erstellt, 1991 wurde eine neue zweite Sportanlage eingeweiht. Ein neues Feuerwehrgerätehaus erhielt die Freiwillige Feuerwehr Wildenberg im Jahr 1999 an der Siegenburger Straße. Im Jahr 2000 wurde der gemeindliche Kindergarten in der Blumenstraße abgerissen und neu gebaut. Dazu gab es im Gemeinderat heftigste Diskussionen.

Im Jahr 2005 wurde eine neue Gemeindekanzlei an die bestehende Turnhalle angebaut, was sich als sehr gut herausgestellt hat. Seit dieser Zeit wurden in der Gemeinde Wildenberg mehrere Baugebiete erschlossen, in Pürkwang wurden Gewerbegebiete ausgewiesen.

In den letzten Jahren wurde noch die Ortsdurchfahrt neu gemacht und dabei auch der Bürgersteig durch den gesamten Ort verbreitert.

 

Was tut sich wohl in den nächsten Jahren?

Es warten gewaltige Aufgaben auf die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Wildenberg. So soll das Thema Kläranlage zur Zufriedenheit aller gelöst werden, unsere Kanalisation ist nach geraumer Zeit nun in die Jahre gekommen und muss in Teilbereichen mit Sicherheit saniert werden. Außerdem soll versucht werden, im Ortsinnenbereich Baumöglichkeiten zu schaffen, damit nicht immer wieder neue Baugebiete auf der grünen Wiese ausgewiesen werden müssen. Weitere Aktivitäten zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger stehen an, die im Einzelfall im Gemeinderat erst noch besprochen werden müssen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen für diese Entscheidungen mit ins Boot geholt werden, sodass Gemeinderat und Bürger gemeinsam Projekte umsetzen.

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